Bruderbesuch.

Ich bin immer erleichtert, wenn der Bruderbesuch endlich vor meiner Tür steht. Jetzt bittet er sogar schon auf diversen Internetnetzwerkdings die Stadtbewohner um Hilfe, falls er sich wieder verfährt.

Bruder: „Liebe Berliner, wenn Ihr heute einen Typen flennend neben seiner bis unters Dach vollgerammelten Karre sitzen seht, dann hab ich mich mal wieder verfahren. Ich hab einen Zettel im Brustbeutel. Mit der Adresse meiner Schwester. Bringt mich einfach dort hin.“

Bruderbesuch.

Vom Schnabulieren – ein Gedicht.

Es ist geschafft. Das Wort schnabulieren hat es zurück in meinen Wortschatz geschafft. Willkommen. Ick freu mir.

Um dem Ganzen die nötige Tiefe zu geben, bat ich einen mir nahestehenden Dichter um Hilfe. Hier ein kleiner Auszug aus der Überredungskonversation:

Puppe: Edler Dichter…
Dichter: *Handrücken an der Stirn* ach lass…
Puppe: *schräg links nach oben guck und dabei mit den Augen klimper* Schreibst du ein Gedicht übers Schnabulieren?
Dichter: *von rechts unten -mit dem linken Handrücken die Träne wegwischend- nach vorn blickend* *dann Blick augenrollend* – wie könnte ich anders! *sinkt in den Sessel*
Puppe: * jauchzt ausgelassen*

Hier ist es nun. Das Meisterwerk übers Schnabulieren.

*****

Vom Schnabulieren, eine genüssliche Villanelle*

Wir brauchen gar nicht lang zu diskutieren,
es ist mit allen schönen Dingen so:
Was lecker schmeckt, das muss man schnabulieren!

Man kann sich herrlich im Genuss verlieren.
Genuss macht uns in jeder Hinsicht froh,
da lasse ich mit mir nicht diskutieren.

Zuweilen möchte man sich zwar genieren,
wenn man so selig is(s)t – – Doch Ach, iwo:
Wenn‘s lecker schmeckt, da darf man schnabulieren!

Sah man nicht oft verträumte Blicke stieren?:
„Erdbeer’n… mit Milch! Jetzt gleich! Hier im Büro!“
Was soll man da im Geist noch diskutieren? –

da muss man los, dem Chef den Dienst quittieren –
und ab… zum „Hedonismus-Markt & Co“**.
Geht’s durch mit dir, hilft nur noch schnabulieren!

Ich könnte Stunden weiter fabulieren.
Indes, gesagt ist alles. Bleibt also:
Wir werden im Genuss nicht diskutieren…
Wer etwas mag, kommt nicht ums Schnabulieren!

*Vilanelle: veraltete Gedichtform aus meist 19 Versen in 6 Strophen (5 Terzette + Schlussstrophe) mit nur 2 Reimendungen, Reimschema: AbA‘ abA abA‘ abA abA‘ abAA‘, Vers 1 und 3 des ersten Terzettes werden alternierend in den restlichen Versen wiederholt – Das Ganze hier in einer nicht ganz so strengen Variante (die sich wiederholenden Verse (A und A‘) sind leicht modifiziert!)
** „Hedonismus-Markt Co“: fiktives Einkaufszentrum, zur Verdeutlicheung des auf Genuss gerichteten Konsums

von Paul Laub

Vom Schnabulieren – ein Gedicht.

Lyrische Gewinner.

Die Gewinner des Lyrikwettbewerbs drüben bei der Lyrischen Blogfront stehen nach einer schweren Juryentscheidung fest:

Der 1. Platz und eine Ausgabe des „Don Quijote“ gehen an Litteratte.

Den 2. Platz und einen guten Tropfen Gin hat sich kcpr erschrieben.

Und der 3. Platz sowie ein „lokales Präsentset aus Plastik“ erhält Frank Anonym.

Nachzulesen sind alle Gewinnerbeiträge bei der Blogfront.
Herzlichen Glückwunsch auch vom puppigen Blog. Es wir mir eine Ehre und ein Fest, alle eingereichten Beiträge zu lesen. Leute, ihr habt’s drauf.

Lyrische Gewinner.

An die Dichter.

Mal schüchtern angefragt: Gibt es hier Leser, die sich lyrisch betätigen? Ach echt? So viele. Das trifft sich gut.

Paul Laub von der Lyrischen Blogfront ruft zum Lyrikwettbewerb! In einer manipulationsfreien Abstimmung wurde beschlossen, dass es ein freier Wettbewerb zum Thema Alltagsbetrachtungen sein wird. Ihr könnt also Epigramme, Sonette, Vierzeiler, dadaistische Gebilde, expressionistische Wortketten oder was auch immer verfassen.

Die Gedichte können ab heute bis zum 25. Februar bei der Lyrischen Blogfront eingereicht werden. Zu gewinnen gibt’s auch was. Guckst du hier. Und unter uns: Die Puppe sitzt in der Jury. Nur mal so zur Information. Von öffentlichen Bestechungsversuchen bitte ich abzusehen.

An die Dichter.

Montagsgedanken #4

Lüge: Diese Woche wird so richtig entspannend.
Wahrheit: Diese Woche regiert noch mal der Wahnsinn auf Maloche.

Lüge: Ich bin total cool und habe noch kein einziges Weihnachtsgeschenk.
Wahrheit: Ich  bin voll die Streberpuppe und habe alle Geschenke beisammen. Auch schon verpackt.

Lüge: Meine Wohnung ist leer und niemand will mich besuchen.
Wahrheit: Die Hütte ist voll, denn die Blogfront ist im dicken B.

Lüge: Ich habe keine Karten mehr für Miss Li bekommen.
Wahrheit: Morgen rockt die Puppe zur Schwedengöre Miss Li.

Lüge: Ich esse diese Woche keine Süßigkeiten.
Wahrheit: Neben mir liegt Kno.pperspapier und ein Kinder Rie.gel schleicht sich von links heran.

Montagsgedanken #4

Notiz an mich:

Aufgabe des Tages „Geschenk für Bruder kaufen“ eben erledigt. Hach ist es schön. Gefällt mir wirklich gut und gern würde ich es selbst behalten. Form, Farbe und Funktion bilden eine schöne Einheit. Ich könnte jetzt hier schreiben, was genau es ist…mach ich aber nicht, denn der Puppenbruder liest mit.

Notiz in der Notiz: Na Puppenbruder, biste jetzt neugierig und verfluchst das freche Schwesterlein?

Notiz an mich: