Windrad.

Diese Stadt kann eine Sau sein. Eine Furie, die dir schon auf dem Arbeitsweg zeigt, wie fies sie ist. In der eine kleine Träumerei manchmal auch bedeutet, fast von einem Auto umgenietet zu werden. Oder von einem Fahrrad. Eine Ziege von Stadt, die dir arm und reich auf einem Vierersitz in der S-Bahn präsentiert. Sie kann wirklich eine laute Bestie sein, die über die Ohren in deinen Kopf kriecht und mit ihren Fäusten von innen gegen die Schädeldecke hämmert.
Sie kann aber auch anders. Diese Stadt. Dann sitzt du mit einer Freundin auf ihrem lauschigen Hinterhofbalkon. Trinkst Holunderblütensaft und stupst das blaue Windrad mit den weißen Punkten an. Zwischendurch muss der Basilikum gegossen werden. Der säuft wie ein Kerl aus der Eckkneipe. Und dann setzt du dich wieder auf die knarrende Holzbank, stemmst deine Füße gegens Balkongeländer, schaust in den Himmel und denkst: Das ist alles ganz schön gut hier.

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Windrad.

22 Gedanken zu “Windrad.

  1. Soviele schöne Bilder hammse da hineingelegt.
    Ich glaube, unsere Heimatorte haben 2 Dinge gemeinsam: Sie sind sich ähnlich in ihrer Ambivalenz und wir haben sie vermutlich genau dafür so gern. Weil sie uns nicht zur Ruhe kommen lassen, nicht dauerhaft einlullen, immer wieder auf die Füsse stellen. Ich glaube, es gibt viele träge Städte. Die sind, wie sie sind. Und bleiben, was sie sind. Da hätte ich Angst, selbst auch träge zu werden, das Hinsehen zu verlernen, unaufmerksam zu werden.
    Zum Glück brauchen wir diese Angst ja nicht zu haben.
    Hammwas gut, echt ma.

  2. Hans: Jawohl.

    schusterjunge: Was machen Sie dann noch in Köln?

    Frau Nilsson: Danke. :)

    Frau Dietel: Auf Erwin! Prost.

    iForia: Ick globe, ick könnt och in wenigen anderen Städten wohnen. Wird sich zeigen. Vielleicht.

    uhu1101: Nun ist die Sache aber die, dass diese Stadt gar nicht meine Heimat ist. Aber das derzetige Zuhause. Eine schwierige Kiste.

    Nika: Fast ein Bilderbuch, wa? Und: Es ist nicht meine Heimat, aber das Herz hängt trotzdem an dieser irren Stadt. Gern schlendere ich mal mit dir auf fünf Kaffee durch meine oder deine Stadt.

  3. Als kompletter Gentleman vom (nicht vorhandenen, da freiwilliger, nichtrechter Glatzenträger) Scheitel bis zur Sohle würden die koffeinhaltigen Getränke SELBSTVERSTÄNDLICH komplatt auf mich gehen.

    Die Puppe geht klar (das ist NICHT despektierlich gemeint!) … also, werte Nika … wann sindse inna Hauptstadt?

  4. Bitte kommentieren Sie noch mal nach dem 3. alkoholhaltigen Getränk. Dit könnt‘ dufte werden. Also das mit dem Kaffee auf Sie ist sehr löblich. Muss aber gar nicht sein…kann aber. Wir werden sehen. Warten wir also geduldig auf Frl. Kita.

  5. Der Puppen-Wunsch ist mir Befehl!

    Kommentar nach dem 3. allohohaltigen Getränk: Äähh … blog … iss puupe irs! … machste juut! … also fürne frau! … eyh kannse nichsagn weil blöd!und totaldanebn aber ich habja ABSolution weil anjetrunknHEHE! needoofesarjument! neejut! kommaherhochdietassn! puppe! NiKa! bundesdorf! caffeeschLüRFen! roCKt!1! jAmaGuckn neeJut! hasseLABerFLÄshAlter? GehsuBett! YO!

    1. Und der Preis für den besten Kommentar everevereverever geht an….*Prost*..iForiaaaaaa. Und das beste Wort: „kommaherhochdietassn!“ Geil…Ihren Kaffee bekommen Sie mit Schuss.

  6. Ich fürchte, ich löse mich gerade in Tränchen auf. Vermutlich werde ich dieses Jahr die Hauptstadt nicht mehr besuchen können. Für die Samstag/Sonntag-Kombi mal eben trennen uns eindeutig zuviele Kilometer und mit Urlaub wird es wohl nix werden.
    Dit is Arsch, aber sowas von. Ick wüsst nämmich nich, was ich lieber täte, als mit Ihnen beiden Kaffee zu trinken.
    Sollte sich noch eine Urlaubsmöglichkeit ergeben, werde ich aber definitiv Bescheid sagen und Ihnen hüpfend am Ärmel zupfen.
    Jetzt dann aber bis dahin, um es mit Huck zu sagen: Heulkrampf!

  7. Hier…ein Taschentuch. Habe aber bereits reingeheult. Berlin ist geduldig. iForia bestimmt auch. Ich zwar nicht so, aber ich gebe mir Mühe. ;) Und eines Tages dann…hach.

  8. Jeduld ist eher nicht so meine Stärke … but I will do my verrrry best!

    Ich nenn die Puppe ab sofort „Godot1“ und Madame Nika „Godot2“. Wobei … dit wär suboptimal, denn ollen Godot kommt ja nie … also bleibt allet beim Alten & ich lenk mir anderweitig ab, bisset soweit is mit Bundeskaffee.

  9. So eine schöne Berlin-Beschreibung!!

    Und ja, genau diese Hinterhofbalkone sind es doch, die auch den Reiz dieser Riesenstadt ausmachen, oder?

    Ich besuche erst wieder im August oder September meine Heimatstadt. Vielleicht auch im August UND September, mal sehen….. :-)

    Lese sehr gern hier, vorallem den Slang !

    Liebe Grüsse
    asty

  10. asty: Vielen Dank fürs Kompliment und willkommen. Der Slang kommt allerdings von einer Nicht-Berlinerin…gebe mir aber größte Mühe. ;)

    Frl. Rosenrot: Berlin macht sich für seine Besucher immer besonders hübsch.

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