Die Dame aus der U-Bahn.

Wollt ick heut früh ner alten Dame inner U-Bahn meinen Sitzplatz anbieten. Hat die abgelehnt. Dame war 110 Jahre alt. Na jut..aber mindestens 85. Ick so während ick mir schon vom Platz erhebe: „Wollen Sie sich nicht setzen?“ Sie so: „Nee. Dit jeht schon. Bin ja noch fit uff die Beene.“ Die Bahn fährt an. Een Ruck. Dame strauchelt und ick halt sie am Arm fest, damit se nich durch die janze U-Bahn kullert. Ick wieder so: „Nu setzen Sie sich doch.“ Sie so: „Lassen Sie mal, junget Frollein. Allet jut.“
Passen Sie mal uff, sie Dame. Sie müssen hier nüscht mehr beweisen. Sie haben nen Krieg erlebt. Die Mauer. Die Wende. Bestimmt sind och schon uff vielen Beerdigungen gewesen. Haben Schicksalschläge ertragen, die ick mir nich mal vorstellen kann. Ick finde nich, das dit zu viel verlangt is‘, sich mal inne U-Bahn uff nen anjebotenen  Platz zu setzen. Ehrlich. Ick bin sprachlos. Und beeindruckt, irgendwie.

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Die Dame aus der U-Bahn.

14 Gedanken zu “Die Dame aus der U-Bahn.

  1. Ach, Sie sind aber auch charmant. (Mir, noch immer im Blauwalstatus, hat gestern aber auch erst ein etwa Zwanzigjähriger in der Bahn seinen Sitzplatz angeboten. Es gibt wieder Moral in diesem Land. Und die Jugend von heute, die kann sich sehen lassen.)

  2. Naja, beim Zustand der Berliner Fahrgeräteschaft zeigt sich halt jemand geistig aber voll fett auf der Höhe! Sie hält sich ständig bereit, aus dem Transportschrott zu türmen. (Kriegserfahrung, Sie sagten es ja!!)
    So sieht das doch aus! ;)

  3. pinselplins schreibt:

    Find ick ja ma jans dufte das du so Hilfsbereit Älteren jegenüber bist!
    Daumen Hoch dafür haste dir ne Berliner Weiße verdient uf mene Kosten versteht sich ;)

  4. Liz: Und hier willste weg?

    Frau Sterntau: Na nur wegen der Kullerei. Dit is doch jefährlich.

    Blinkfeuer: Oh. Sie haben recht. Ist vielleicht viel besser, direkt am Eingang zu stehen…für den Fall der Fälle.

    not quite like beethoven: Das hätte gefährlicher werden können, als eine Bahn ohne Bremsen.

    Pinselplins: Dann mal Herr mir der Berliner Weiße.

  5. sitzplatz anbieten und dann stehen lassen!
    es besteht nämlich als alterspräsident/-in die nicht unbegründete annahme, aus den bequem tiefen sitz(an-)gelegenheiten des öffentlichen nahverkehrs nicht rechtzeitig wieder aufzu(er-)stehen.

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