Bedingungslos.

Neulich schrieb ich anderorts:

„Finde ‚bedingungslos‘ ein gelungenes Wort, um eine Freundschaft zu beschreiben.“

Nun…die Reaktionen gingen auseinander. Jemand sagte, nur Familie wäre bedingungslos. Eine Andere meinte, Bedingungslosigkeit sei ungesund. Und ein Weiterer stimmt mir zu. Da habe ich mich mal kurz zurück gelehnt und nachgedacht. Was meint ‚bedingungslos‘? Wann ist eine Freundschaft ‚bedingungslos‘? Sie ist es dann, wenn sie keine Bedingungen stellt. Wenn man nichts muss. Wenn die Freundschaft funktioniert. Wenn alles was geschieht, nur so und nicht anders sein kann. Wenn für alles der richtige Zeitpunkt ist.
Und deswegen bin ich immer noch überzeugt, dass das Wort ‚bedingungslos‘ das richtige Wort ist. Denn ich stelle keine Bedingungen an diese Freundschaft. Sie ist gut, genau so wie sie ist.

Advertisements
Bedingungslos.

21 Gedanken zu “Bedingungslos.

  1. ich kann dir nur zustimmen. ich bin glücklich zwei solche freundschaften zu haben. beide sind genau richtig, so wie sie sind. no strings attached. und das gibt uns die freiheit uns so zu verstehen wie wir es tun.

  2. Bedingungslose Kapitulation und bedingungslose Hingabe ist klar. Das sind Endgültigkeiten. Aber bedingungslose Freundschaft? Was für ein Vermächtnis. Eine Bürde fast.

    Woher kommt dieses Wort eigentlich?

    http://de.wiktionary.org/wiki/dingen sagt zu „dingen“:
    [1] antiquiert für: jemanden anwerben, jemanden gegen Lohn eine Aufgabe erledigen lassen (heute vor allem im Zusammenhang mit kriminellen Machenschaften benutzt).

    „Bedingungslos“ heißt dann wohl nur, dass man keine Gegenleistung verlangt. Bei ausgeglichenem Geben und Nehmen kein Problem, dann muss man ja nichts verlangen.

    Bedingungslose Freundschaft heißt wohl, ich bin auch dann noch jemandes Freund, wenn dieser Dinge tut, die ich eigentlich nicht mit mir vereinbaren könnte. Schwierige Kiste das. Klingt so, als ginge das nur, wenn man seinen Kopf ausschaltet.

  3. Ach nomadyss…Sie sehen das ganz schön eng. Natürlich würde ich z. Bsp. nicht von einer Brücke springen, wenn die Freundschaft es sagt. Das versteht sich ja von selbst… Und Kopf ausschalten? Klar. Hier spricht der Bauch. ;)

  4. Schlechte Erfahrungen sind da natürlich nicht förderlich. Aber für ihre eigene kleine Familie würden Sie sicher alles stehen und liegen lassen und wenn es nötig ist, bis ans andere Ende der Welt reisen. :)

  5. Ich hab mal mit 18 mit meiner damals besten Freundin über Freundschaft diskutiert und wir kamen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass die beste Freundin die Person ist, bei der Du ganz Du sein kannst, bei der Du Dich in keinster Weise verstellen musst oder versuchen musst, gut anzukommen. Das ist auf eine gewisse Weise bedingungslos, finde ich.

    So ganz bedingungslos aber finde ich Freundschaft nicht. Man kann auch die beste Freundschaft durch Vernachlässigung, Egoismus, Neid, Unachtsamkeit, Sorglosigkeit etc. schädigen. Irgendiwe ist es es doch immer etwas, woran man arbeiten muss, wie jede Art von Beziehung.

  6. @puppe ja das stimmt. für meine eigene familie würde ich in der tat alles stehen und liegen lassen. ich würde das aber nie zu einer bedingung für meinen mann und meine kinder machen. klar würde ich mich freuen, würden sie es auch für mich tun – aber meine liebe ist hinsichtlich dessen nicht an bedingungen geknüpft.

    und was minuzz schreibt finde ich sehr gut – ich bin ein eher unstabiles wesen, vorallem was das vertrauen in mich an geht – und ja….bedingungslosigkeit ist schwer für mich. beide seiten.

  7. Ansku: Bedingungslos heißt nicht, dass man an einer Freundschaft nicht arbeiten muss. Und wenn zum Beispiel ein Fünkchen Neid in so einer Freundschaft aufkäme, würde ich das Wort bedingungslos sofort streichen.

    minuzz: Da stimm ich dir vollständig zu. So habe ich das noch gar nicht gesehen….aber du hast vollkommen recht, wie mir scheint.

    ami: …und mit Sicherheit würden sie es auch für dich tun.

  8. Bedingungslos klingt mir zusehr nach Kapitulation, (Selbst-)Aufgabe und Entgrenzung zwischen zwei Menschen. Ich möchte mich unbedingt der Person anschliessen die das für ungesund hielt. Es gibt Freundschaften, für die man vieles tun würde und vieles riskieren würde und manches aufgeben würde — aber bedingungslos? Niemals!

  9. Ich finde „bedingungslos“ für Freundschaft gut. Aber natürlich baut sie, und zwar gerade wenn sie „bedingungslos“ sein soll, auf Voraussetzungen. Man kann auch sagen auf Bedingungen, dann hat man den (sprachlichen) Salat.
    Ein Beispiel dafür wäre gegenseitiger Respekt, gegenseitige Anerkennung als Person.

  10. Mir fällt da ein Film ein, ich glaube, es war ein Western. Irgend jemand hatte eine Bedingung gestellt. Die Antwort, die ich heute noch sehr genial finde:
    „Ich nehme keine Bedingungen an.
    Welche?“

Erzähl' mal was...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s