Vom Schnabulieren – ein Gedicht.

Es ist geschafft. Das Wort schnabulieren hat es zurück in meinen Wortschatz geschafft. Willkommen. Ick freu mir.

Um dem Ganzen die nötige Tiefe zu geben, bat ich einen mir nahestehenden Dichter um Hilfe. Hier ein kleiner Auszug aus der Überredungskonversation:

Puppe: Edler Dichter…
Dichter: *Handrücken an der Stirn* ach lass…
Puppe: *schräg links nach oben guck und dabei mit den Augen klimper* Schreibst du ein Gedicht übers Schnabulieren?
Dichter: *von rechts unten -mit dem linken Handrücken die Träne wegwischend- nach vorn blickend* *dann Blick augenrollend* – wie könnte ich anders! *sinkt in den Sessel*
Puppe: * jauchzt ausgelassen*

Hier ist es nun. Das Meisterwerk übers Schnabulieren.

*****

Vom Schnabulieren, eine genüssliche Villanelle*

Wir brauchen gar nicht lang zu diskutieren,
es ist mit allen schönen Dingen so:
Was lecker schmeckt, das muss man schnabulieren!

Man kann sich herrlich im Genuss verlieren.
Genuss macht uns in jeder Hinsicht froh,
da lasse ich mit mir nicht diskutieren.

Zuweilen möchte man sich zwar genieren,
wenn man so selig is(s)t – – Doch Ach, iwo:
Wenn‘s lecker schmeckt, da darf man schnabulieren!

Sah man nicht oft verträumte Blicke stieren?:
„Erdbeer’n… mit Milch! Jetzt gleich! Hier im Büro!“
Was soll man da im Geist noch diskutieren? –

da muss man los, dem Chef den Dienst quittieren –
und ab… zum „Hedonismus-Markt & Co“**.
Geht’s durch mit dir, hilft nur noch schnabulieren!

Ich könnte Stunden weiter fabulieren.
Indes, gesagt ist alles. Bleibt also:
Wir werden im Genuss nicht diskutieren…
Wer etwas mag, kommt nicht ums Schnabulieren!

*Vilanelle: veraltete Gedichtform aus meist 19 Versen in 6 Strophen (5 Terzette + Schlussstrophe) mit nur 2 Reimendungen, Reimschema: AbA‘ abA abA‘ abA abA‘ abAA‘, Vers 1 und 3 des ersten Terzettes werden alternierend in den restlichen Versen wiederholt – Das Ganze hier in einer nicht ganz so strengen Variante (die sich wiederholenden Verse (A und A‘) sind leicht modifiziert!)
** „Hedonismus-Markt Co“: fiktives Einkaufszentrum, zur Verdeutlicheung des auf Genuss gerichteten Konsums

von Paul Laub

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Vom Schnabulieren – ein Gedicht.

6 Gedanken zu “Vom Schnabulieren – ein Gedicht.

  1. Dass wir uns dergestalt im Skype schreiben, glaubt uns sowieso kein Mensch, Puppe. Ansonsten war es mir eine Freude – zumal ich die Gedichtform noch nicht kannte und somit auch was davon habe.

    Grüße von der Blogfront….

    Paul.

  2. Blinkfeuer schreibt:

    Aus „Rheinisches Wörterbuch“

    schnabulieren -abulī:rə(n), meist -bəl- `˘´˘ Koch, Kobl, Rip, Berg, Eup, Erk, MGladb, Kref; -awəl- Hunsr, Nahe, Ottw, Saarbr, Saarl, Bernk (Mos), Prüm-Mürlenb 1860, Siegld schw.: scherzh.

    1. absol. u. etwas schn. behaglich, mit gutem Appetit essen Allg. –

    2. verächtl.

    a. spähen, aushorchen; nemm dich vor dem in acht, dat schnaweleert iwerall erim! Meis-Meddersh, Simm. –

    b. viel schwätzen Waldbr-Wildbg. – Abl.: die Schnabeliererei, dat Geschnabelier, der Schnabelierer.

    auf- schnabulieren: Rip schw.: etwas Leckeres aufessen naschen. — ver -schnabulieren: dass. Siegld.

    http://tinyurl.com/cvyz63

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