Am Ende der Welt.

Ich habe es getan. Nachdem mich jemand mit dem Ausspruch „Wurmschlucken at its best“ zur TV-Hölle überredet hat, kam es, wie es kommen musste. Die Puppe setzt sich mit vielen Millionen Menschen vor den Fernseher und schaltet live in den australischen Dschungel. Mit einem Unterschied: Ich hielt mir dabei beide Hände vors Gesicht und linste wie bei einem Horrorstreifen durch die Finger. Genau fünf Sekunden. Fünf Sekunden hat es gedauert und ich verfiel dem Wahnsinn. Mit einem Schrei den Fernseher ausgemacht. Nicht nur über die Fernbedienung, sondern so richtig am Gerät. Damit die Kiste nicht wieder anspringt. Sicher ist sicher.
Und nun sitze ich hier. Ganz verstört. Habe ein Rauschen im Ohr und linksseitiges Piepen im Kopf. Außerdem macht es tuck-tuck unter der rechten Kniescheibe. Mein Körper spielt verrückt. Fühlt sich veralbert. Kommt damit nicht klar, dass ich ihm Möchtegernpromis zugemutet habe, die im Dschungel sitzen und komische Dinge tun. Die bestimmt hofften, von Liane zu Liane zu schwingen und nun stattdessen mit wildem Getier per Du sind.
Es geht nicht. Es geht wirklich nicht. Es geht einfach nicht klar, dass ich jeden Morgen die Zeitung aufschlage und irgendeinen Schwachsinn aus dem Dschungel lese. Wo ist denn der Reich-Ranicki eigentlich, wenn man ihn braucht?

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Am Ende der Welt.

20 Gedanken zu “Am Ende der Welt.

  1. Der hat sich am Wochenende zum Thema schon geäußert nachdem er sich da wohl auch ein oder zwei Folgen hat angetan. Weiß nun leider auch nicht wie es ihm geht.
    Falls von Interesse mir geht es gut ich schau das nicht an und lese da auch nix drüber.
    Muß aber jeder selber wissen was er seinem Körper an tut, gell Puppe….

  2. Liebe Puppe, es tut mir wirklich sehr, nein es tut mir unendlich Leid, dass Du das durchmachen musstest. Ich hoffe, Du bekommst heute nacht keine Alpträume. Ich fühle mich irgendwie schuldig. :( Ich war heute nachmittag und heute abend noch am Lernen und deshalb konnte ich mich nicht in die Diskussion bei „jemand“ einm schen. Hätte ich die Zeit dazu gehabt, hätte ich Dir versichern können, dass dagegen relativ gesehen die letzte Popstarsstaffel ein kultureller, ja fast schon ein literarischer Hochgenuss war. Ich weiss das, ich bin wirklich sehr abgehärtet, was TV sehen angeht, ich schaue so Dinge wie die Super Nanny und Peter Zwegat, aber so abgehärtet, dass ich mir ansehen muss, wie jemand Straussenhoden ist und gleichzeitig andere Leute auf niedrigstem Niveau anmacht, so abgehärtet bin ich dann doch nicht. Das hätte ich Dir sagen können und hätte Dich vielleicht warnen und vor all diesen körperlichen und seelischen Schmerzen bewahren können. Es tut mir Leid.

    Liebe Puppe, gute Besserung und eine gute, ruhige, erholsame Nacht! :)

  3. Liebe Frau Ansku, Dein Mitgefühl ehrt mich sehr. Fühl Dich nicht schuldig, denn die Lernerei geht vor. Was habe ich mich auch darauf eingelassen? Wusste ich doch vor vornherein, was passieren wird. Ähnlich reagierte ich auch schon bei der Modelsucherei und diversen Castingshows auf die ich beim „Ver“zappen gestoßen bin. Die Nacht wird schwer. Sehr schwer.

  4. Was soll ich sagen? Ich hab’s doch gesagt…

    @ rjob: Wenn ich Dr. Booooob lese, muss ich zwangsläufig an Mundstuhl denken mit Bob & Bob. Oder an Bob Ross. Das war noch Fernsehunterhaltung zur besten Sendezeit… Freunde von uns (ich geh jetzt mal nicht näher darauf ein) haben sich immer bekifft und dann Bob Ross geschaut, damit die Drogen noch intensiver, noch beruhigender wirken.

  5. Ach, liebe Puppe….warum so zart besaitet?
    Einwenig Spam-TV muss ab und zu sein. Wenn ich einen Peter Bond die Menschheit retten sehe oder ein Frau Siegel ablästern, dann sind meine Probleme (und das sind in Moment einige) wie weg gezaubert. Weil bevor ich mir den Dschungel ansehe, was ich bis jetz 5 von 8 mal getan, habe schalte ich mein Gehirn vorher aus und lass mich nur berieseln. Und kaum ist der Wahnsinn zuende fällt Annie ins Bettchen und fängt wieder an zu grübeln :-( Ja, liebe Puppe so ist das.

    Sei lieb gegrüsst und grüss du mir Berlin :-)
    Annie

  6. r|ob: Wollte Sie nicht kränken. Ich kann mit Bildungsfernsehen einfach nicht umgehen.

    Wortteufel: Du hast es ja gesagt? Klar, hast du es gesagt, aber so schlimm klang es bei dir nicht.

    Annie: Der Dschungel zaubert bei Ihnen Probleme weg? Bei mir kommen dadurch eher Neue hinzu. Die Idee, das Gehirn vorher auszuschalten, ist leider nicht so meins. Ich schaue so selten fern und wenn die Kiste mal läuft, will es deswegen nicht meinen Kopf ausschalten müssen, sondern ihn mit Inhalt befüllen.
    P.S. Berlin ist gegrüßt und grüßt zurück.

    Ansku: Ich fand etwas schlaf und träume nicht vom Dschungel. Alles gut soweit. ;)

  7. nordika schreibt:

    ja, ja. das ist schlimm dies dschungelgedöns. gestern genau die ersten 3 sekunden ausgehalten. noch bevor sich dirk, der bunte spaßballon und seine hysterische co zeigten, hab ich vorsichtshalber ausgeschaltet. alles was ich nicht wissen will, erfahr ich doch eh heute aus allen zeitschriften, sendungen und internet.

    liebe puppe, erholen sie sich gut von diesem schock und für alle fälle ab 22 uhr den fernseher aus. ganz aus!

  8. Nordika: Nach drei Sekunden das Elend auszuschalten, war auf jeden Fall die beste Entscheidung. Zwei weitere Sekunden und dir wäre es so ergangen wie mir. ;) Das passiert nicht noch mal, dass ich da einschalte.

  9. pinselplins schreibt:

    @puppe du weist sicher von mir das ich dich sehr achte und schätze! Aber das du dich auf so „Billige“ Belletristik einlassen kannst hätte ich NIE von dir gedacht oder nur erahnen können! Mal im ernst jetzt!? Das ist doch nur ein Spaß von dir denn ich diesmal nicht verstanden habe?!

  10. Auch ich musste mir das Ganze letztes Wochenende ansehen… Aber unter Zwang! Leider habe ich nämlich Freunde, die freiwillig jeden Abend mit ansehen wollen, wie Intellekt und Würde mit Füßen getreten werden!
    Puppe, du hast mein tiefstes Mitgefühl.

  11. Pinselplins: Nee du…dit is een janz anderes Kaliber. Dit waren wirklich Recherchezwecke. Wie hätte die Puppe denn sonst wat schreiben können?

    Denize: Werteste, sprechen wir hier von gemeinsamen Freunden? Ist dem so, so bin ich schockiert. Jedoch achte ich Deinen Mut, Dich dieser Art der TV-Unterhaltung zu stellen.

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