Hörbuchgeständnis.

Ihnen, liebe Leserschaft, mache ich nun ein Geständnis. Viel zu lange habe ich es mit mir herumgetragen. Habe die Freude Anderer still ertragen und die Äuglein verschämt niedergeschlagen. Damit ist jetzt Schluss:

Ich hasse Hörbücher.

Endlich ist es raus. Fühle mich auch gleich viel besser. So befreit.

Auch die Gründe werde ich hier offenlegen:

  • Einer der Gründe ist ganz offensichtlich, denn ich finde Hörbücher einfach langweilig. Das hat nix mehr mit früher zu tun, als Omilein an der Bettkante saß und seinem Enkelchen vorlaß. Das war spannend. Nun plätschert es aus Lautsprechern und über Kopfhörer direkt ins Hirn.
  • Hörbücher vermiesen mir die Möglichkeit, einen Satz mehrmals hintereinander zu lesen. Ihn anders zu betonen. Zu zerstückeln. Und jetzt kommt mir nicht mit zurückspulen.
  • Stichwort Betonung. Niemand liest mir die Sätze so vor, wie ich sie lesen würde. Entweder lesen die auf der CD für mein Empfinden zu schnell oder zu langsam. Betreiben Spannungsaufbau an Stellen, die für mich vielleicht gar nicht spannend sind und huschen über Zeilen, die ich spannend finde. Ein Dilemma sondersgleichen.
  • Schlimm ist auch, wenn der Hörbuchsprecher (Vorleser?) seine Stimme je nach Person verstellt. Das geht gar nicht. Wenn ich ein Buch lese, dann sehe ich die Figuren vor mir. Sie haben lange Haare oder einen Bob, sind groß oder klein, sind schick oder lumpig. In den wenigen Fällen, in denen ich gezwungen war, einem Hörbuch zu lauschen, hat der Sprecher die Stimme so verstellt, dass sie nicht mehr zu meinem Bild im Kopf passte. Er hat das Bild zerstört.
  • Wann um alles in der Welt soll ich Hörbücher hören? Ja und jetzt kommt gleich das Argument, dass das ganz dufte beim Autofahren sei. Dit zieht bei mir nicht. Bin nämlich U-/S-Bahn und Mfg-Fahrerin. Da liest es sich ganz wunderbar. Muss man sein Reiseverhalten eben dem Leseverhalten anpassen. Opfer bringen kann so einfach sein.
  • Und nun der Schwerwiegendste aller Gründe: Meine Gedanken torkeln bei Hörbüchern. Ungelogen. Sie werden ganz besoffen und treiben Unfug. Sie sind mal hier, mal da und schwirren herum. Definitiv bleiben die Gedanken nicht beim Hörbuch. Versuche haben ergeben, dass ich nach zehn Minuten nicht mehr wusste, warum es im Hörbuch ging oder bereits eingeschlafen bin.

Und nun eine Bitte:
Lesen Sie!
Kaufen Sie Bücher!
Machen Sie sich Randnotizen!
Hören Sie auf das Rascheln der Seiten beim Umblättern!

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Hörbuchgeständnis.

92 Gedanken zu “Hörbuchgeständnis.

  1. Da bin ich ganz bei Ihnen Frau Puppiges. Und das gilt auch für die drei ??? und die Fünf Freunde. Muss man gelesen haben. Wir gründen zusammen mit @Spreequell und @HypnoticShit eine Bewegung.

  2. darf ich auch unterschreiben? bütte, bütte! alle punkte! dito!!!

    vor allem das mit den abschweifenden gedanken. (und ich dachte schon, ich wäre als einziger mensch (?) zu blöd für hörbücher…)
    irgendwann nach den „tina und tini“und „fünf freunde“ kassetten scheine ich diese fähigkeit für hörspiele/bücher verloren zu haben…

  3. Ich oute mich auch mal…. Ich kann mit Hörbüchern nix anfangen.

    Selbst lesen finde ich spannender und wie du schon schreibst, ich schweife beim Lesen nicht ab.

    Gut, dass du das mal zur Sprache gebracht hast. Ich dachte schon, ich bin der einzigste Mensch auf der Welt, der keine Hörbücher mag.

  4. Ich werde auch ständig bombardiert mit der Aufforderung, im Auto Hörbücher abzuspielen. Und ich weigere mich ebenfalls: Ich würde so abgelenkt sein im Auto, daß ich es gegen den nächsten Baum setzte. Und vom Inhalt des Werkes bekäme ich dennoch nix mit.

    Außerdem will ich im Auto Musik hören, verdammt noch mal. Wieso muß man sich eigentlich ständig beschäftigen, anstatt einfach die Musik zu genießen, die Landschaft an einem vorüberziehen zu lassen und evtl. (!) an irgendetwas denken?

    Nein, Dauerberieselung mit James Joyce, Robert Musil und Robert Menasse ist nötig, um Autofahren zu dürfen. Allein deswegen sollte ich auf den ÖPNV umsteigen.

  5. Willkommen in der illustren Runde der Anti-Hörbuch-Bewegung. Im Namen der Gründungsmitglieder heiße ich Sie alle herzlich willkommen. Sprechen Sie ganz offen über Ihre Abneigung gegenüber Hörbüchern. Weitere Gründe sind gern gesehen.

  6. Allerdings möchte ich schon auf den Unterschied zwischen Hörbüchern und Hörspielen hinweisen. Letztere sind zwar mindestens genauso schlecht, aber an die Dinger habe ich nunmal Kindheitserinnerungen (Larry Brent, Die Drei ???, John Sinclair, und irgendwelche „Ab 12!!”-Pseudohorrordinger) und werde somit durch nostalgische Gefühle zu einem milderen Urteil gezwungen.

    Ja, das Thema beflügelt.

    Allerdings muß ich ein Hörbuch ganz ausdrücklich loben: Fear&Loathing in Las Vegas, und zwar deswegen, weil Semmelrogge die Anfangsworte liest. Weiter hab ichs dann auch nicht mehr gehört. Ist eben doch kein Buch.

  7. Germanpsycho: Der Unterschied zwischen Hörbüchern und Hörspielen besteht definitiv. Seien Sie sich gewiss, dass es bei unserer Bewegung rein um Hörbücher geht und Sie, wenn Sie möchten, ohne eine schlechtes Gewissen zu bekommen, Hörspiele hören können.

    drikkes: Willkommen bei der Bewegung.

  8. Maren: Dann sind Sie in unserer Gruppe ja richtig. Aus Versuchszwecken lege ich Ihnen allerdings ans Herz, für einen kleinen Moment in ein Hörbuch reinzuhören, damit Sie aus Erfahrung negativ darüber sprechen können. ;)

  9. Anj schreibt:

    Mir gehts genau wie dir. Ich habe zwar noch nie ein Hörbuch gehört, aber ich kann mir das einfach nicht vorstellen. Was soll man dabei tun, das leise ist und keine eigenen Gedanken erfordert? Geht einem die Stimme des Vorlesers nicht auf die Nerven? Wird das Buch nicht sogar gekürzt?
    Nääää, das wär auch nichts für mich.

  10. Na wenn schon so viele dabei sind…eine mehr oder weniger ist auch OK oder?
    Hörbücher sind mir zwar auch noch unbekannt, und ich möchte da jetzt keine Vorurteile haben, aber ich sag mal: mag ich nicht!

  11. Bis jetzt sind wir die Anti-Hörbuch-Bewegung. Namensvorschläge werden gern entgegen genommen. Auch lyrische Ergüsse für weitere Pamphlete und Kundgebungen sind willkommen. Und du als Miglied…hach wunderbar.

  12. Ich habe noch nie ein Hörbuch, früher jedoch sehr gerne Hörspiele gehört. Das ist für mich aber auch was anderes. Das wird ja eh ganz anders aufgezogen, mit Geräuschemachern und so.
    Bei Hörbüchern geht es mir dann sicherlich wie dir, dass meine Gedanken abschweifen würden. Das geth mir ja schon bei manchen Büchern so, die mich nicht genug fesseln und ich fange dann an darüber zu sinnieren, was ich denn als nächstes essen könnte.

  13. Ilse Yallon schreibt:

    Liebe Puppe
    man lehrte mich, dass was gut in einem Medium ist, kann im anderen abstuerzen: oft macht das gute Buch einen schlechten Film, oder das Volkslied keine Oper.
    Ist das Gehoerte etwas anderes als das Gelesene?
    Oder lassen wir einfach keine andere Interpretation des Textes als die eigene gelten?

    Das Kindle von Amazon ist dann schon der naechste Zwitter: elektronisch auf dem Screen, anstatt gedruckt auf dem Papier: nochmals „umdenken“!

    wird das Kindle auch einen neuen Anti Klub ergeben?
    so wie die „Anti-Hoerbuch-Bewegung“?
    Arthuro

  14. Kassio: Darf ich dich hiermit in unserer Gruppe der Hörbuchverweigerer begrüßen oder bist du dir noch unschlüssig?

    Ilse Yallon: Willkommen! Ihre Gedanken bezüglich der Wechsel der Medien wäre ein vollkommen neues, eigenständiges Thema. Besonders bei der Diskussion „Buch zu Film“ habe ich mich schon zu langen Debatten hinreißen lassen.
    Ihre Frage, ob das Gehörte etwas anderes ist als das Gelesene ist, kann ich mit einem uneingeschränktem JA beantworten. Für mich ist es ein völliger Unterschied, ob ich etwas vorgelesen bekomme oder es selber lese. Anscheinend verarbeite ich Gelesenes anders. Ist das bei Ihnen nicht so?
    Und ja, auch das Kindle von Amazon könnte zu einer neuen Gruppenbildung führen. Sie bringen mich da auf wundervolle Ideen. ;)
    Bitte beehren Sie den puppigen Blog bald wieder und hinterlassen Sie jederzeit Kommentare, die die Gedanken in Bewegung bringen.

  15. nordika schreibt:

    ich stimme zu. aus tiefstem herzen. ich höre alles während ich einem hörbuch lausche, nur nicht das hörbuch. fragt man mich hinterher welches buch ich denn nun hörte, ich vermag es nicht zu nennen. also lieber selber im eigenen tempo und mit eigenen bilder den herrlichen duft neuer buchseiten einsaugen.

    (pssst, bin wieder da, aber noch ein wenig urlaubsträge und schwerfällig im tippen. ein paar tage noch, dann mach ich’s öffentlich)

  16. Nordika….ich dachte schon, die Insel hätte Sie nicht wieder hergegeben. ;) Schön, dass Sie unserer Gruppierung beitreten. Und ja…der Duft der Seiten. Wie konnte ich das nur vergessen.

  17. ParOle schreibt:

    So sei es, doch dennoch wird hier der allgemeinste Fehler der Menschheit begangen. Nur weil man etwas nicht mag, oder gar damit selbst nichts zu verbinden weiß, wendet man sich gegen es. Gut, die Werbung und auch das Marketing, Webseiten und auch die PR drücken von außen auf den librophilen Menschen ein und scheinen ihn gar in Form der hörbarer Literatur kasernieren zu wollen, doch scheint es meines Erachtens nicht existenzbedrohend, denn noch immer steht das Buch vor dem Hörbuch. Ich selbst, und das verkünde ich laut, liebe Hörbücher! Ich selbst rufe daher die Nicht-Anti-und-nebenbei-Bindestrich-gegen-Nix-Bewegung aus, denn Polarisierung war Gestern.
    Gute Nacht …

  18. pinselplins schreibt:

    Nicht-Anti-und-nebenbei-Bindestrich-gegen-Nix-Bewegung Ich habe keine Ahnung was du damit meinst aber eins ist Fakt. Ich höre bei einer Auto fahrt die mal schnell 19h bei mir dauern kann lieber ein Hörbuch als das selbige Buch zu lesen! Und ich bin stik faul zu lesen, ja das gebe ich zu ICH BIN NUR ZU FAUL ZUM LESEN.
    Aber ich bin auch im besitz von Büchern die ich sogar schon mal gelesen habe!
    (das kann ja ein wiedersehen werden!)

  19. ParOle, wir sind doch auch nicht existenzbedrohend, wenn wir uns ein bisschen über Hörbücher aufregen und diese boykottieren, oder?

    Das Lesen von Büchern sollte einfach nicht auf der Strecke bleiben, lesen bildet nämlich und ich meine nicht ausschließlich den Inhalt, sondern das Lesen des Textes. Ich habe schon immer wahnsinnig viel gelesen und habe mir dadurch eine gute Rechtschreibung angeeignet. Ich bezweifle, dass man das durch den Genuss von Hörbüchern in gleichem Maße schaffen kann.

    Niemand verurteilt Hörbuch-Nutzer, wir stellen lediglich fest, dass es nichts Schöneres gibt, als beim Lesen eines Buches die eigene Phantasie fliegen zu lassen.

  20. ParOle: Werter Herr, ich gebe Ihnen recht, dass unsere Gruppierung sich gegen etwas wendet, was deren Mitglieder nicht mag. Aber ist eine klare Meinungsäußerung nicht besser, als ständige Neutralität? Man kann Hörbücher nicht nett finden…es ist immer eine Entscheidung zwischen „ja“ oder „nein“. Sicherlich ist davon auszugehen, dass Bücher noch immer vor Hörbüchern auf der Verkaufsliste stehen. Aber ich befürchte Schlimmes…spätestens wenn sich dieses Verhältnis umgekehrt hat, wird unsere Gruppierung zum großen Gegenschlag ausholen.
    Im Übrigen finde ich es sehr mutig, dass Sie hier Ihrer Liebe zu Hörbücher Ausdruck verleihen.
    Über ihre vorgeschlagene Bewegung sprechen wir nochmal, ja?

    Pinselplins:
    Noch ein Hörbuchfan. Kein Wunder…wie willste bei 19h Autofahrt auch lesen. Oder hast du jetzt schon einen Chauffeur angeheuert?

    Sterntau: Aber Frau Sterntau…natürlich sind wir existenzbedrohend für Hörbücher. Aber das verraten wir natürlich keinem. Wir sind eine Gruppierung! ;)

  21. Oh…du meinst, ich sollte dann auch rechts in der Leiste das Wort Gruppierung wieder rausnehmen? Ist das tatsächlich so negativ konnotiert?
    Was wollen wir sonst sein? Ein Bündnis? Klingt so grün. Eine Gruppe? Öde. Zu Hülf.

  22. zimtapfel schreibt:

    Ich will mitmachen, ich will mitmachen! *hüpf*

    Es geht doch nichts über richtige Bücher zum in die Hand nehmen mit Seiten aus Papier, vollgedruckt mit richtigen Buchstaben, Wörtern, Sätzen…
    Hörbücher? Neeee!

  23. Sterntau: Bei Gilde muss ich immer an Schützengilde denken.

    Zimtapfel: Kommen Sie rein, nehmen Sie Platz, fühlen Sie sich wohl. Sie können in unserer Gruppe/Gruppierung/Gilde ein Buch lesen.

    Basti: Hehe…dit haste schön gesagt.

  24. ParOle schreibt:

    :) … ich habe gerade gelesen, dass es auch software gibt, um sich internetseiten vorlesen zu lassen. leider noch nicht kostenlos. die entwicklung ist natürlich für menschen, die aufgrund einer einschränkung nicht selbst lesen können, aber warum sollte man das nicht auch flächendeckend nutzen. … noch zehn jahre und mir wird alles vorgelesen. was ich mich schon freue. magazine, zeitschriften, zeitungen, bücher, internetseiten …
    bis dahin, wir hören uns

  25. ParOle: Bis dahin kann ich Dir auch gern diesen Blog hier vertonen. Wie findest du das? Ich unterstütze deine Lesefaulheit zwar nicht, aber es scheint dir wirklich viel zu bedeuten. Ich fühle mich meinen Lesern gegenüber verantwortlich und könnte es nicht ertragen, dass du noch zehn Jahren warten musst, bis die Entwicklung soweit ist, um dich glücklich zu machen.

    Kassio: Kostet nix. Alles frei. Die Einstellung zählt. Und ein hohes Leseaufkommen ist erwünscht. ;)

    Sterntau: Aber nicht so doll..und wir brauchen Schutzanzüge.

  26. zu diesen begriffsquirlereien hier:
    auch ein hörspiel kann ein hörbuch sein. dazu wird es sobald es veröffentlicht wird und auf cd (oder auch digital) gekauft werden kann.
    das was ihr mit „hörbuch“ meint heißt eigentlich „lesung“. also ein mensch (meistens der autor) liest (s)einen text ein, ohne kürzungen und ohne audio-taugliche bearbeitung. das wird meistens eh ausschließlich dafür produziert, um dann veröffenlicht verkauft zu werden. deswegen auch diese hörbuch-begriffsverwirrung, vermutlich.
    dahingegen sind hörspiele meistens produkte von rundfunkanstalten, deren erstrangiges ziel die sendung ist und danach kommt erst die veröffentlichung als hörbuch. dazu kommt dass der hörspieltext eigentlich immer eine bearbeitung der vorlage ist, also des romans beispielsweise, falls das hörspiel eine hörspielbearbeitung eines romans werden soll.

  27. Also, was muß man denn hier auf einmal lesen? Daß es nicht in Ordnung sei, gegen etwas zu polemisieren? Miek, miek, miek. Klar, wir sind nämlich alle SOOOOOOOOO verdammt ausgewogen und -glichen, daß uns alles nur noch scheißegal ist und wir uns über gar nix mehr aufregen.

    Nee, nee. Hörbücher sind (wahlweise) Werke des Teufels, der Kirche, des Islams, der Zionisten, der Neoliberalen, der Sozen, des KKK, der *****. Und daher strikt abzulehnen. Und jeder, der Hörbücher hört, stinkt auch aus dem Mund.

    So.

    Und nun noch ein paar Kampfnamen für die Bewegung (man verzeihe mir mein nationalsozialistisches Vokabular, ich habe gestern den „Großen Diktator” gesehen.

    Hörbuch-Hasser (schön wegen der Alliteration)
    Audiophobics / die Audiophobiker
    Anti-Hörbuch-Mafia
    ehrenwerte Gesellschaft zur Ausrottung des Hörbuchs

  28. Steffi: Leider habe ich oft auf Hörbuch-CDs gelesen, dass es gekürzte Fassungen sind. Ich sehe den Unterschied zwischen Hörbuch und Hörspiel so: Bei einem Hörbuch wird ein Buch einfach vorgelesen. Bei einem Hörspiel werden Hintergrund- und Nebengeräusche eingebaut. Zweiteres kommt also eher einer szenischen Darstellung gleich. Als Kind habe ich auch oft zu den guten alten Hörspielkassetten gegriffen. Aber mit Hörbüchern kann ich aus oben genannten Gründen nichts anfangen.
    Verrätst du mir noch deine Einstellung zu Hörbüchern?

    Sterntau:
    Das freut.

    Germanpsycho: Da capo. Teufelszeug. So ist ist. Aber Hörbuchhörer stinken aus dem Mund? Weil sie mit offenem Mund zuhören oder wie kommen Sie darauf, Mr. Germanpsycho?
    Ihre Vorschläge sind notiert. Favorit ist Audiophobiker obwohl da nicht sofot der Zusammenhang zum Hörbuch hergestellt werden kann. Hörbuchhasser ist wahrhaftig eine schöne Alliteration, aber doch etwas zu negativ. Mafia? In Berlin? Ja…schon richtig. Aber zu südländisch angehaucht.

  29. Sehr guter Punkt. Ich komme darauf, weil es sich bei Menschen, die Hörbücher konsumieren, um Menschen handelt, die „Fast-Mover” sind, dynamisch, keine Zeit für ein Buch haben, die von Termin zu Termin hetzen, aber zwischendurch noch schnell die „Management Summary” der letzten 2000 Jahre Philosophentums „consumen”, um „totally up to date” zu sein. Kurz: Typen, die sich selbst unglaublich gerne reden hören (hah! Muß ich gerade schreiben!)

    Und wer viel redet, riecht auch automatisch aus dem Mund. Da kann man nix gegen machen.

    Und entschuldigen Sie bitte die falsche Schreibweise. Ich meinte selbstverständlich Hörbuchhasser und nicht Hörbuch-Hasser (immerhin schrieb ich nicht: Hörbuch Hasser).

  30. Germanpsycho: Ihre Theorie ist sehr stimmig und lässt kaum Fragen offen. Als pfiffige Puppe würde ich vorschlagen, jedem Hörbuch ein „free sample“ (weißte bescheid, ne) eines Pfefferminzbonbons beizulegen. Vielleicht wären dann die ersten Probleme gelöst.

    „Hörbuch Hasser“ hätte zur sofortigen Zensur geführt. ;)

  31. @Puppe: Denke, daß die von Ihnen erwähnte Unterscheidung zwischen -spiel und -buch es eher trifft als die von Steffi vorgeschlagene.

    Auch wenn die Verkäufe dieser beiden CD-Gattungen (aber vor allem der letzteren) noch hinter denen der Papierbücher liegen, sie holen auf und wahrscheinlich ist mit ihnen auch mehr Gewinn zu machen, weil die Herstellungs- und Transportkosten geringer sind, außerdem gibt es meines Wissens in diesem Medium kein Pendant zur Buchpreisbindung.

    Es besteht also die Gefahr, der Autor könnte schon beim Schreiben dieser Verwertungslogik folgen, wie dies meiner Meinung nach in einigen Genres schon heute für den Film der Fall ist:
    Das gelesene Buch ist vielleicht noch nicht einmal schlecht, aber es bleibt der fade Nachgeschmack zurück, der SCHRIFTsteller habe mit seinem dünnen Romänchen eigentlich ein verkapptes Drehbuch vorgelegt – schön medienkompatibel, mit einem Auge auf die lukrativen Filmrechte seines genauso dünnen Stoffes schielend.

    Selbst das technische Medium hat immer einen Einfluß auf den Inhalt des Textes. Wie ja schon Platon die Erfindung gegeißelt hat.
    Aber Gesänge in alexandrinischem Versmaß müssen nun ja auch nicht mehr – zumindest nicht durchgängig – sein.

  32. Ups, etwas lang geworden. Und trotzdem zwei Worte vergessen: „Erfindung der Schrift“ muß es natürlich heißen.

    Werde mir auch mal ein paar Gedanken über einen Namen für die Sache machen. Irgenwas mit ‚Armee‘ oder ‚Fraktion‘?

    „Rote Armee Fraktur“ fände ich eigentlich witzig, aber wer liest das denn heutzutage noch.

    @Germanpsycho: Ansonsten bin ich bei aggressiven Untoleranz ganz auf ihrer Linie. Bloß nicht auf Kuschelkurs („Jeder nach seiner Facon…“) bringen lassen.

  33. Germanpsycho: Es gibt so viele Vereine, die gegründet werden wollen. Der nächste steht hier schon der Warteschlange…..

    Drikkes: Ein Vielschreiber. Soso. Die Theorie, dass Autoren irgendwann so schreiben, dass es für ein Hörbuch passt, ist mir so noch gar nicht in den Sinn gekommen und erschüttert mich nun um so mehr.
    Die Namensfindung ist wahrlich nicht einfach. der Name muss selbsterklärend sein, also werden wir um das Wort „Hörbuch“ nicht drumherum kommen.

  34. Es gibt schöne Ausnahmen, die gesprochen einfach besser wirken als gelesen, z.B. die Romane von Ulrich Wickert und Anna Gavalda. Beim Lesen sind die mir einfach zu langatmig…

    @Huck
    ‚Die drei Fragezeichen‘-Hörspiele sind unverzichtbar!

  35. Jeder kennt wohl eine Ausnahme (und die Gavalda gehört für mich auch nicht dazu), aber das ändert ja nichts an der generellen Aussage.
    Meine: WITTGENSTEINS NEFFE, gelesen von Thomas Holzmann. Überhaupt eignen sich die Bernhard’schen Monologe ziemlich gut zur Vertonung, sind sie seinen Theaterstücken doch nicht unähnlich.
    Ich lese sie aber mindestens genauso gerne.

    Noch ein Gedanke:
    Solche Aussagen wie „Bohlens Biogragraphie würde ich nie lesen! … Aber als Hörbuch war sie ganz okay.“ kann man auch überhaupt nicht ernstnehmen.
    Gehört habe ich so einen Unsinn jedoch schon des Öfteren. Bringt mich nicht gerade zur „Untergang des Abendlandes“-Äußerung der Woche, aber geistreich ist anders.

    Nächster Namensvorschlag: Hals & Hörbuch.
    Versteht man zwar nicht sofort, aber mit dem Zusatz „Von Hörbüchern krieg‘ ich so ’nen Hals.“ ganz anspielungswitzig, wie ich finde.
    Gefällt es nicht, ist das auch kein Beinbruch.

  36. Habe ich hier also einfach mal Kommentare übersehen. Pff…mit der Puppe is‘ nüscht mehr los.

    drikkes: Sie haben das Wort „Bohlen“ in meinem Blog genutzt. Schämen Sie sich!
    „Hals & Hörbuch“ find ich dufte. Das spornt „Neulinge“ auch zum Denken an. Haben Sie noch weitere Vorschläge? Sie scheinen eine unerschöpfliche Quelle zu sein.

    Deviant: Willkommen aufm Blog UND bei den Hörbuchverachtern. Fühlen Sie sich wohl, greifen Sie sich ein Buch.

  37. drikkes…. Hat dieser Hamburger Schnösel seine Biografie nicht sogar selbst gesprochen? Wie kann man diese Stimme nur „okay“ finden? In schriftlicher Form ist der Typ ja schon die Pest, aber sprechend? Geh mir weg!

  38. @Sterntau: Ein „Freund“ (Ihr wisst schon: keine Feinde mehr und so) hat mich mal gezwungen, ein kurzes Stück daraus zu hören. BohlenBohlenBohlen hat es zwar nicht selbst geschrieben, aber eben höchstselbst gelesen. Neben einer nervigen Stimme ist das Setzen richtiger Betonung auch nicht so seins.
    Allerdings kommt es wohl noch schlimmer, wie Linus Volkmann in (auf?) seinem Intro-Blog kundtut.

    @Puppe: Habe auch gar nicht bemerkt, daß hier noch weiter kommentiert worden ist. Wie jeder Werber kann ich nur unter Deadlinedruck Ideen auswerfen.
    Deshalb erkläre ich HALS & HÖRBUCH zu meinem Favoriten und gebe erst dann wieder neue Vorschläge von mir, wenn mindestens drei Leute sich gegen diesen Gruppierungsnamen ausgesprochen haben.

  39. Ich finde die Begründung zu Hals- und Hörbuch zwar gut, aber es sollte der Name auch direkt einen Sinn ergeben. Und ein Halsbuch ist einfach nicht vorstellbar. Und ohne Bindestrich geht es auch nicht, weil es dann wieder zu weit weg vom sprichwörtlichen Mast- und Schotbruch ist.

    Nein, bessere Ideen hab ich natürlich auch nicht. :-)

  40. Sterntau: Herr B. ist gesprochen, gelesen, gehört und gesehen nicht zu ertragen.

    drikkes: Sie wollen es wissen,wa. Noch einmal das Wort mit B. und sie kommen unten rechts in die Schämecke.
    Hals & Hörbuch. Ich muss da wohl nochmal eine Nacht drüber schlafen. Wahrscheinlich lobe ich einen Wettbewerb aus für den besten Namen unserer Gruppierung. Ja…das mach ich.

    Germanpsycho:
    Ein Halsbuch. Sehr gut. Kann man sich um den Hals hängen? Wegen Mobilität und so?
    Rücken Sie raus mit Ihren Ideen. Los.

    Matt: Willkommen bei den Hörbuchverachtern. Sie waren gut damit beraten, kein Hörbuch zu hören. Bleiben Sie sich treu und lesen Sie weiter.

  41. Wenn Sie fernab der heimischen Wände arbeiten, legen Sie Ihren Arbeitsweg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Die beste Zeit zum Lesen.
    Ansonsten: Jeden Tag eine Stunde vom Internetkonsum abziehen und in ein Buch investieren.

  42. Germanpsycho: Ja. Manchmal muss konsumieren sein. Nur für sich selbst. Abtauchen in einem Buch und die anderen weitertwittern lassen. ;)

    Sterntau: Wieso kommst du auf einen Truthahnhals? Muss eine lustige Gedankenkette sein. ;) Finde aber Truthahnhälse auch huah.

  43. @germanpsycho:
    Rummäkeln, aber selbst keine Lösung haben. Außerdem ist natürlich „Hals- 6 Beinbruch“, nicht etwa „Mast- & Schotbruch“ der sprichwörtliche Background. Der Bindestrich macht keinen Sinn, richtig erkannt, und deshalb habe ich ihn auch weggelassen. Aber mit der korrekten Zuordnung ist der Spruch keineswegs zu weit weg vom Original, wie ich finde.

    Sind Sie nicht zufällig doch ein verkappter Berater?

  44. Erstens, lieber Drikkes, habe ich selbstverständlich ebenfalls schon einige Vorschläge unterbreitet und zweitens dachte ich doch, daß es durchaus klar gewesen sein dürfte, daß ich den Mast- und Schotbruch durchaus bewußt anstelle des selbst mir bekannten Hals- und Beinbruches benutzte.

    Übrigens bin ich kein verkappter Berater. Ich kokettiere recht offen damit.

    Extra für Sie meine Lieblingsdefinition:
    Ein Berater ist jemand, der 1000 Stellungen kennt, aber keine Frau.

  45. Ich bin heute irgendwie in Streitlaune:

    1.
    Stimmt, der Vorschlag „Hörbuch-Hasser“ (Bindestrich!) klingt/liest sich tatsächlich wie frisch (im Sinne von: keine Sekunde nachgedacht) aus der Beratungsstube.

    2.
    „Audiophobiker“: Ob ein solches Kompositum aus Latein (audire) und Altgriechisch (phobos) wirklich die beste Wahl ist, um der neumodischen Hörbuchsucht entgegenzutreten, wage ich zu bezweifeln. Zumal man doch mehr als Bücher „hören“ kann. Taub möchte man dann doch nicht sein.

    3.
    „Anti-Hörbuch-Mafia“: Doppelt soviel Bindestriche, also schon zweimal so gut wie der erste Vorschlag. Allein, mir wird nicht ganz klar, ob es sich bei einer so benamten Gruppe um Gegner der Hörbuchmafia oder eine Mafia der Hörbuchgegner handelt.

    4.
    „ehrenwerte Gesellschaft zur Ausrottung des Hörbuchs“: Eh… ja. (Falls da eine witzige Abkürzung hintersteht, habe ich den Witz nicht begriffen.)

    Aber ich zitiere Sie gerne, germanpsycho:
    „Nein, bessere Ideen hab ich natürlich auch nicht.“

  46. Lieber drikkes, Lieber Germanpsycho.

    es freut mich, dass Sie hier so viel Spaß haben. :) Bald wird es einen Blogeintrag zum Namensfindung geben, dann können Sie noch mal so richtig loslegen.

    Ihre Puppe.

    P.S. Lesen Sie auch brav viele Bücher?

  47. Meine Beichte:
    Ich hab schon mal ein Hörbuch konsumiert. Nur eins! Es ist mir kostenlos angeboten worden, sozusagen als „Teaser“ und Einstieg in die wunderbare Welt der Hörbücher. Eine Kollegin hat pausenlos davon geschwärmt, wie toll und bequem das doch sei, z. B. beim Auto fahren. Aber wie auch beim Thema Rauchen kann ich dem Hörbuch nichts abgewinnen. Auto fahren geht nur mit Musik.
    Hörspiele sind dahingegen klasse! Ich denke da nicht nur an die ??? zurück, sondern an den Klassiker „Kalif Storch“, den ihr sicher alle kennt! Nein?
    Wie dem auch sei, ich bin dabei! Wollte schon immer mal Mitglied einer radikalen Splittergruppe sein.
    Gutenbergs Jünger!

  48. allesmoegliche: Willkommen in der Gruppierung, die hoffentlich auch bald einen Namen hat. Habe selbst auch schon mal ein Hörbuch gehört, denn muss schließlich das Übel testen, um es nicht zu mögen. Bin aber permament eingeschlafen. Also nix für mich. Hörspiel und Hörbuch sind ein großer Unterschied und hier geht es tatsächlich auch nur um das HörBUCH.

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