Leben 2.0

Die mir liebsten Menschen leben systematisch über Deutschland und zum Teil im Ausland verteilt. Wie würde das ohne Internet funktionieren? Wie hat man früher Kontakt gehalten? Neuigkeiten über einen Brief mitteilen? Vielleicht definierten wir früher „Neuigkeit“ anders…da war die Neuigkeiten auch nach drei oder fünf Tagen noch neu. Heute muss alles flotter gehen. Und ich gestehe, diese grenzenlosen Kommunikation zu genießen.
Kann sich meine werte Leserschaft noch erinnern, wie es ohne Internet war? Oder wie es wäre, wenn das Internet morgen abgeschaltet werden würde?

Überschrift und Inhalt inspiriert von Paul Laubs Sehnsucht 2.0

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Leben 2.0

18 Gedanken zu “Leben 2.0

  1. Meg schreibt:

    … als ich noch in Polen lebte, kam es oft vor, dass wir Ostern die Weihnachtskarten von der Oma in Deutschland bekamen oder das Kind von Verwandten erst sahen, als es bereits ein paar Monate alt war, da man ohne Telefon solche Botschaften erst viel später mitbekam. Doch es funktionierte. Heute ist eine Nachricht bereits wenige Augenblicke nach ihrem Erscheinen alt. Außerdem werden wir geflutet mit „Neuigkeiten“, mehr oder minder wichtigen.

    Ich habe noch einen Füller, mit dem ich gelegentlich schreibe. Und ein kleines, rotes Adress-Büchlein. Und eine Menge Postkarten.

    Auch heute freue ich mich wie Bolle, wenn ich einen persönlichen, handgeschriebenen Brief aus dem Kasten hole. Was sehr selten vorkommt. Postkarten zum Glück öfter.

  2. ich kann mich auch noch gut erinneren, wie es früher war. vor allem ohne handy… aber auch ein tag ohne internet ist heute für mich pure grausamkeit. und manchmal, wenn wieder ein bagger baggert oder ein elektiker murkst, dann komm ich wieder zu der erfahrung… wie es ist „OHNE“! es ist furchtbar!!!

    bei der arbeit wünsche ich mir manchal diese längerfristigkeit von früher zurück. der stress, den diese 24 stunden mails schaffen, erdrückt mich manchmal. alle wollen gleich eine antwort. dauert es mal länger als 12 stunden, wird man irgendwo verrissen. und auch die menge ist explodiert. eine anfrage… 35 empfänger. 35 mitbewerber… früher fand die selektion schon früher beim kunden statt…

  3. Mir gehts wie Stilke: im Privatleben hilft mir Web 2.0 sehr, aber im Geschäftsleben wird der Stress durch die schnellen Kommunikationswege immer größer – und durch den größeren Stress brauche ich die schnelleren privaten Kommunikationswege überhaupt erst… Ohne könnte ich mir das Leben nicht mehr vorstellen. Wobei man sich sicher auch daran wieder gewöhnen könnte. ;-)

  4. Also, wenn ich in der Boofe im Schlafsack liege und nichts geht mehr – Handy keinen Empfang und alles… dann fühl ich mich erst richtig frei. Und das will was heißen, das zeigt die Bedeutung der Kommunikationsmittel in unserem (meinem) Leben. Es ist schlimm. So.

  5. pinselplins schreibt:

    @Paul Laub ja aber das ist eine selbst bestimmte oder zumindest eine Tempore „Freiheit“ von jeglichen Kommunikationsmittel, und jetzt stell dir mal vor du hättest vier Wochen nichts kein Mobiltelefon und kein net. Nicht weil du es willst nein es geht halt einfach nicht und das vier Wochen lang obwohl du es möchtest und denn innerlichen drang verspurst dich deinen Mitmenschen die gerade nicht da sind irgendwie mitzuteilen. Es ist echt der Hass um es mal so zu sagen!

    Aber eins ist richtig, wenn ich in denn Bergen unterwegs bin mache ich auch lieber das Mobiltelefon aus, das ist nicht gerade mein Gefühl von Freiheit aber es ist einfacher und irgendwie natürlicher so für mich in der „Wildnis“

    Trotzdem es ist und bleibt the worst case Szenario für mich.

  6. Meg: Und obwohl Nachrichten früher längere Wege hatten, waren wir trotzdem froh, wenn sie bei uns ankamen. Man war immer informiert…nur etwas später. Vielleicht wäre das heute auch manchmal ganz gut, damit sich die Gemüter abkühlen können und nicht unter dem Informationswust zu Grunde gehen. Briefe schreiben find ich übrigens auch noch toll. Mach ich sogar relativ häufig und es ist immer erstaunlich, wie sehr sich die Empfänger freuen.

    Pinselplins: Keine Sorge. Ruhig bleiben. Durchatmen. Dit Intanet wird nicht abgestellt.

    Stilke: Ohne Handy ist ne ganz komische Situation. Gehe eigentlich nur im Urlaub ohne aus dem Haus. Und ich stimme Dir zu: Gerade auf Arbeit machen die vielen Mails wirklich zu schaffen. Ständig erwarten alle sofoooort eine Antwort. Eine Mail nicht innherhalb von einer Stunde zu beantworten, gilt schon fast als unhöflich. Das nenn ich mal Kommunikationsdruck.

    Kaanu: Willkommen bei der Puppe.
    Das klingt ja fast nach einem Teufelskreis. ;) Schnelle Kommunikationsmöglichkeiten bedingen schnelle Kommunkationswege. Dit ist doch allet verrückt.

    Paul Laub: Die Natur ist anscheinend der einzige Ort, der von der neuen Kommunikation befreit ist. Aber lieber Paul, Kommunikation ist nicht schlimm…auch nicht die zweinullige. Schließlich gehörst du zu einen der mir liebsten aber verstreuten Menschen. :)

    Pinselplins: Stimmt…du weißt ja genau, von was du sprichst. Diese vier Wochen waren sicher nicht einfach, aber irgendwie ging es ja. Ohne Internet überlebt man wohl, aber nicht mal die Lieben anzurufen, würde mir auch schwer fallen.

    Sterntau: Nunja…ich kannte auch schon verstreute Menschen vor dem Internet, mit denen ich nun besser Kontakt halten kann. Viele hat es nach der Schule und dann nach der Uni in alle Winde verweht…ohne Internet wären da schon einige Kontakte eingeschlafen. Aber stimmt schon…hier lernt man viele Leute kennen, die überall verteilt sind.

  7. lora schreibt:

    Was bringen uns all diese privaten Internetkontakte?
    Ist es denn die viele Zeit vorm Rechner wert, 100 „Freunde“ bei Studi VZ oder My Space zu haben, von denen doch nur drei dir wiklich etwas bedeuten (und von 50 hast womöglich keine Ahnung, ob du sie im realen Leben überhaupt mögen würdest) Das Internet ist eine großartige Erfindung, um Seiten, wie diese zu ermöglichen, doch ich bin sicher, dass der Großteil der User viel zu viel Zeit damit vergeudet, die für elementarere Dinge des Lebens genutz werden sollten. Allen, die es sich OHNE nicht mehr vorstellen können, sollten sich irgendwann in ihrem Leben einmal die Zeit nehmen, länger als drei Wochen die Segel zu streichen. Losziehen… ohne Handy, ohne PC und ihr werdet merken, dass ihr euch anders anfühlt, dass ihr euch anders bewegt, dass ihr etwas anderes frühstückt, dass ihr viel neues zu entdecken habt, dass eure Sinneswahrnehmungen zuvor sehr eingeschränkt waren, dass ihr andere Gedanken haben werdet… und ob das die totale Freiheit ist oder der Horror schlechthin, das entscheidet ihr selbst. In jedem Falle aber, ist es ANDERS. Ich finds geil!!! (Mit der Option irgenwann wieder ins Computerzeitalter eintreten zu können)

  8. lora: Ich glaube, das der Unterschied darin besteht, ob man vorwiegend persönlich unbekannte Internetkontakte pflegt oder mit Menschen Verbindung hält, mit denen man bereits viel im realen Leben erlebt hat. Zweiteres ist mir sehr wichtig und möchte ich auch nicht missen, da viele weit verstreut leben und ein regelmäßiges Treffen nicht möglich ist. Aber ich gebe dir vollkommen recht, dass das Internet viel Zeit „raubt“. Allerdings merkt man, dass gerade am Wochenende und in den Sommermonaten die Besucherzahlen zurück gehen, weil die Leser ihr reales Leben genießen. So wie ich auch. Zugegeben, drei Woche war ich noch nie offline oder ohne Handy. Schwer vorzustellen. Ich würde so einiges vermissen, aber es sicher überleben.
    Machst du gerade ein Experiment ohne Handy und ohne Internet. Öhm…allerdings hast du hier kommentiert, also scheinst du nicht ganz ohne Internet zu sein. ;)

  9. lora schreibt:

    Nein, ich bin inzwischen sogar privat an das worl wide web angeschlossen und genieße diesen Luxus zunehmenst.
    (Auch um Kontakt zu mir wohl bekannten Freunden zu halten! ;-)
    Das „Eperiment“ BACK-TO-THE-ROOTS liegt schon eine Weile zurück, werd es aber auf jeden Fall wiederholen!!!

  10. lora schreibt:

    So richtig ohne alles waren es zwei Monate…
    Soetwas ist allerdings nur möglich, wenn man nicht berufstätig ist.
    (Es sei denn du züchtest Schafe auf einer einsamen Insel in Wales oder so)

  11. Vee schreibt:

    Ich habe erst neulich wieder einen handgeschriebenen Brief bekommen, nachdem ich einen versandt hatte. Der Rückschreiber (84 J.) freute sich genau darüber unbändig und als ich seinen Brief in den Händen hielt, fühlte auch ich viel mehr Aufregung, als vor dem Öffnen einer Email. Herrlich. Genauso ist es mit meinen Schwiegereltern in Schottland. Sie lassen sich zwar Emails von meinem Schwager (ebenfalls dort ansässig) gern vorlesen, aber schöner sind die Briefe, die wir uns schreiben.

    Trotz allem möchte ich die virtuelle Kommunikation nicht missen. Ja, ich liebe sie geradezu. Denn ohne sie hätte ich zum Beispiel meine Liebe nicht derart nahe leben können in der Zeit, als man noch nicht wußte, ob hier oder dort.

    Obwohl man manchmal wirklich unter Druck gerät. So wie mit dem (damals) ersten Anrufbeantworter, auf den meine Mum sich weigerte zu sprechen. Stelle ich ihn heute mal aus Versehen nicht an, folgt die Beschwerde sofort. (dito Handy): „Ich habe Dich heute um 12.31 h nicht erreicht. Wozu hast Du denn so ein Ding?“ Früher hat man einfach zu verschiedenen Tageszeiten öfter mal die Nummer gewählt. Heute flippen alle schon aus, wenn man das Handy nicht mit unter die Dusche nimmt…..

    Alles hat eben seine Vor- und Nachteile.

  12. Willkommen Vee. Briefe sind ein ganz anderes Gefühl als Emails. Bei Briefen weiß man, dass der Absender sich die Zeit genommen hat, ihn per Hand zu schreiben, einen Umschlag zu adressieren, eine Briefmarke zu besorgen UND ihn dann auch noch in den Postkasten zu werfen. Eine außerordentliche Leistung, wenn man bedenkt, dass normalerweise kurze Emails das Leben bestimmen.

    Und eine Frage: Sie nehmen Ihr Handy also Nicht mit unter die Dusche? Das ist sehr leichtsinnig und völlig inakzeptabel. ;)

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