Gespenstisch.

Zeit: 7. Juni 2008
Ort: Schaubühne Berlin
Anlass: Ibsens „Gespenster“

Einleitung: Wenn theateraffiner Besuch der Puppe die Ehre erweist, stellt sich nicht mehr die Frage, ob man ins Theater geht, sondern welches Stück man sich anschaut. Die Wahl zwischen den großen Häusern der Stadt fiel schnell: Die Schaubühne sollte es sein. Ibsens Gespenster stand auf dem Spielplan. Da gab es keine Diskussion. Ein Blüschen übergeworfen und eingetaucht in die andere Welt.

Hauptteil: Trotz EM-Eröffnungsspiel ist das Haus fast voll. Auf der Bühne steht ein riesiger ovaler Tisch mit Mikrofonen. Es sieht aus wie bei einer Konferenz. Andererseits erinnert es mich an König und seine Ritter von der Tafelrunde. Na gut. Von der ersten Minute ziehen mich die Figuren ihren Bann und ich nehme den Schauspielern jedes Wort und jede Geste ab. Besonders Helene Arving (Bibiana Beglau) und Engstrand (Jörg Hartmann) haben es mir angetan. Sie spielt die verzweifelte und von Gespenstern der Vergangenheit heimgesuchte Helene so gut, dass ich gar nicht genug bekommen kann. Er hingegen erntet jeden Lacher, den er ernten kann. Das Stück geht ans Herz. Tief. Begebenheiten der Vergangenheit holen die Familie ein und ruinieren ihre Gegenwart. Es gibt kein Entkommen. Auch wenn Helene in Situationen der Aussprache wie eine Allmacht aus dem Off spricht oder ihre Gesicht im Kleid versteckt – sie ist eine gebrochene Frau in tiefem Schmerz über das Geschehne gehüllt.

Abschluss: Das Stück bietet viel Gesprächsstoff. Die Inszenierung ist durch und durch gelungen. Puppige Empfehlung: Anschauen!

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Gespenstisch.

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