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Bild der Woche #4

Werbefreiheit.

sprachlos.

Wenn jemand einen Text scheiße findet, mit der Begründung, dass dieser Text unter der Woche morgens 1:38 Uhr ins Internet gestellt wurde und die Autorin schlussfolgernd kein geregeltes Leben haben kann, fehlen mir die Worte. Ernsthaft…die Puppe ist sprachlos.

(Nein, das bezieht sich weder auf mich noch auf mir bekannte Blogger.)

Dezember im September.

Kunde: (hält mir ein Tellerchen mit Backware hin) Greifen Sie zu.

Puppe: Das sind Lebkuchen.

Kunde: Ähm…ja.

Puppe: Es ist September.

Kunde: Da sind sie wenigstens noch frisch.

Ich habe am 18. September das erste Lebkuchenherz des Jahres gegessen. Geht’s noch Puppe? Schon mal was von kulinarischem Anstand gehört? Von Zeitgefühl? Von Einhaltung der Sitten? Noch nicht mal Herbst und schon Lebkuchen fressen essen!

Leseabschied.

Ein gutes Buch zu Ende zu lesen, ist wie der Abschied von einer guten Freundin.

Wenn sich in dem Buch dann noch solch ein Satz versteckt, erscheint der Vergleich nicht mal mehr abstrakt:
“Denn - lang oder kurz - es ist der Inhalt, der das Leben macht; und zwei Tage Fülle können länger sein als vierzig Jahre Leere.” (Vicky Baum: Menschen im Hotel. S. 316)

Nasse Bühne.

Jüngst habe ich unter großer Überwindung Charlotte Roches “Feuchtgebiete” gelesen. Schön war es nicht. Mehrmals wollte ich es weglegen und habe doch weiter gelesen…immer in der Hoffnung, dass noch eine Wende eintritt. War aber nicht so. Pfff…es waberte vor sich hin und eine Botschaft wollte sich mir nicht erschließen.

Jetzt kommt das ganze in 10 Tagen im “neuen theater” Halle auf die Bühne. Die böse Zeitung B.ILD zeigt erste Fotos der Proben und flink sind alle Vermutungen bestätigt: Nee…das muss wohl nicht sein. Nackte Menschen räkeln sich in matschigem Obst. Aha. Zwar soll noch gaaaanz viel anderes passieren, aber ob das mein Interesse wecken wird?
Als Film könnte ich mir das alles noch vorstellen, aber als Theaterstück? Das ist so nah…so echt…so fassbar.

Briefkästen im Parkverbot.

Zwei Briefkästen im Parkverbot können trotz
ihrer zwei Beine nicht weglaufen. Ungerecht.

Grundsatzdiskussion

Neulich am U-Bahnhof Nollendorfplatz. Die Puppe steht wartend vorm Ausgang und beobachtet ein Paar mittleren Alters, das offensichtlich koordinative Schwierigkeiten hat. Er zottelt einen großen Koffer hinter sich her. Sie wedelt aufgeregt mit einem Stadtplan.

Er: Jetzt sag doch endlich mal, wo es langgeht.

Sie: Mach doch keinen Stress. Ich muss mich erstmal orientieren.

(Das Paar steht mitten im Ausgang und versperrt allen den Weg.)

Er: Jetzt lass uns erstmal rausgehen. Vielleicht sehen wir was.

Sie: Was willste denn da sehen? Alles was wir brauchen ist auf dem Stadtplan.

Er: Aber den kannst du anscheinend nicht lesen. (lacht verschmitzt)

Sie: (findet das nicht lustig) Wenn du mich so nervst, kann ich mich nicht konzentrieren.

(Der Puppe will die Diskussion beenden und geht strahlend auf die orientierungslosen Streithähne zu.)

Puppe: Kann ich Ihnen vielleicht helfen? Was suchen Sie denn?

Sie: (Schaut erschrocken vom Stadtplan auf, der im Wind zu zerfleddern droht.)

Er: Das ist sehr nett von Ihnen, aber bei uns geht es im Moment eher darum, wer den Weg bestimmen darf.

Puppe: Schon klar. Aber vielleicht kann ich behilflich sein, damit Sie Ihr Ziel finden.

Er: Nein, dass ist hier eher eine prinzipielle Sache.

Puppe: Sie meinen, Sie stecken mitten in einer Grundsatzdiskussion?

Er&Sie: (inbrünstig) Ja.

Puppe: Oh. Da will ich nicht weiter stören. Viel Erfolg.

Notiz an mich:

Puppe, nur weil du glaubst, nachts vor Deinem Berliner Hinterhoffenster Möwen zu hören, heißt das noch lange nicht, dass du morgens in der Ostsee baden kannst.

Bild der Woche #3

Bankgeflüster.

Kieziges.

Nun hat sich wieder bestätigt, warum ich meinen kleinen Berlin Kiez so sehr liebe, von dem viele behaupten er wäre spießig. Alle, die noch nie hier waren, sagen auch mal gern, er wäre langweilig. Pfff…bleibt doch in Berlin-Mitte.

Gestern also im Buchladen auf der anderen Straßenseite gewesen und das vor Wochen bestellte “Das kunstseidene Mädchen” von Irmgard Keun abgeholt. Schnell entspann sich ein Gespräch zwischen der Buchhändlerin, weiterer Kundschaft und mir über dieses Buch. Als es an das leidige Bezahlen der Ware ging, konnte die Buchhändlerin nicht auf 20 Euro rausgeben und lies mich mit dem Vermerk, ich könne ja später bezahlen, von dannen ziehen. Das nenne ich Vertrauen!

Montagsgedanken #2

Gedanke 1:
Schlaf, Schlaf, Schlaf. Ich brauche Schlaf. Sehr viel. Gleich. Oder nach Feierabend.

Gedanke 2:
Unbedingt eine Liste mit den besten Büchern aus den vielen Kommentaren ertsellen.

Gedanke 3:
1826 Tage sind ‘ne ganze Menge.

Ick maloche woanders.

So liebe Leserschaft, jetzt mal fein die Lauscher jespitzt. Ick mach ‘ne Ansage. Dit wohlverdiente Wochenende fällt platschend ins Wasser und wird von Maloche verdrängt. Aber mal richtig malochen. Morgen früh 6:30 Uhr steigt dit Püppchen in dit Flugzeug und landet 7:30 Uhr an andere Stelle. Jut mitjedacht…weit kommtse nicht. Aber dit macht nüscht, weil sie sich trotzdem den Arsch abarbeiten wird. Und überhaupt isses noch weit jenug, um in een anderes Bundesland zu landen und dort mit fremden Dialekten zu hadern. Hab schon dit Chefchen jefragt, ob’s da ‘nen Aufschlag wegen der Fremdsprachenkenntnisse jibt. Will er nüscht von wissen.
Wat ick aber eigentlich sagen will, ist, dat ick keen Intanet habe. Also ick hab schon Intanet, denn ick flieg ja nich’ ins Niemandsland,  aber dit Intanet is’ da eben nur für Maloche und jeht nich für privat. Jehen tut dit schon och für privat, aber dit is janz bestimmt nicht gern jesehen, wenn ihr versteht.
Um dit Janze für euch Hasen jetzt mal zusammenfassen: Ick bin abjeschnitten von die Außenwelt. Ick werde die Menschen dort nur schwer verstehen. Und in so ‘nem Umfeld soll ick dann och noch malochen. Jeht das? Greift da nich’ der Arbeitsschutz?

Nullservice.

Ich werde in wenigen Wochen verreisen. Nicht weit weg, aber weit genug, um ein Verkehrsmittel zu nutzen. Diesmal soll es die Bahn sein. Die Entscheidung fiel nicht aus freien Stücken, sondern vielmehr aufgrund mangelnder Mitfahrgelegenheiten zum Reiseziel.
Wenn schon Bahn, dann wenigstens mit Sparticket…mit Supersparticket. Auf zum Schalter. Anstellen. Warten. Drankommen.

Puppe: Ich würde gern von Berlin nach M. mit diesem Zug (reiche freudig den Ausdruck übern Tisch) mit einem Sparticket. Also dem Supersparticket.

Bahnfrau: Ja, das geht. Kostet hier am Schalter auch nur 5 Euro Zuschlag.

Puppe: Wofür sind die 5 Euro?

Bahnfrau: Servicegebühr.

Puppe: Aber ich habe mir die Verbindung selber rausgesucht, ausgedruckt und mitgebracht. Sie drucken letztendlich ja nur das Ticket aus.

Bahnfrau: Kostet 5 Euro extra.

Puppe: Na dann. Ich geh mal mit Ihrem Fahrkartenautomaten spielen. Der will keine 5 Euro extra von mir.

Lesen!

Die Puppe liest. Immer und überall. Ohne Buch verlasse ich nur äußerst selten das Haus. In letzter Zeit kamen mir u.a. diese Autoren unter die Augen: Eberhard Esche (Der Hase im Rausch), Jostein Gaarder (Das Kartengeheimnis), Arthur Schnitzler (Das weite Land), Vicki Baum (Menschen im Hotel) und noch unzählige mehr.

Nun hab ich folgendes Problem: Ich find gerade kein gescheites Buch. Keinen Plan, was ich als nächstes lesen soll. Es wird Herbst. Ein enormer Büchervorrat ist überlebenswichtig.

Hat meine liebe Leserschaft vielleicht ein paar Lesetipps?

Montagsgedanken.

  • Latenten Muskelkater im linken Arm vom Frisbee Golf.
  • Jemand bohrt direkt neben meinem Büro in der Wand herum. Es ist Montag, du Handwerker!
  • Die Woche wird stressig. Ja, das spüre ich schon heut.
  • Es steht ein Termin an, der ein wenig hoffen lässt.
  • Ist bald Wochenende? Ach nee…ist ja egal. Muss am Wochenende arbeiten.

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